Tyrannei der Drachen

Ein Traum in rot

Wieder einmal irrte die Gruppe recht ziellos herum. Diesmal wenigstens mit einem Grund: sie mussten das berüchtigte Labyrinth, welches Xantal umgab, durchdringen, um zum Turm selbst zu kommen; in dem hatte der Kult eines seiner vielen Lager aufgeschlagen und in eben diesem war ein potentieller Überläufer, der gerettet werden musste; als hätten sie nichts besseres zu tun. Diese herumgeiere durch den magischen Irrgarten gab Jemna aber wenigstens wieder einmal Gelegenheit über vergangene Abenteuer nachzudenken.

In diesem Fall über ihren Kurzaufenthalt in dem Land der untoten Magier, Thay. Gemütlich dorthinteleportiert, mussten sie feststellen, dass die Landschaft dort bei weitem nicht so angenehm war, wie sie sich das vorgestellt hatten. Auch wenn der Palast durchaus Eindruck schinden konnte, war der Ausblick auf ein ödes, von Vulkanasche gezeichnetem Land, nicht das was man auf Dauer sehen wollte. Und der arme Herr des Hauses war als Vampir auch noch dazu verdammt für alle Ewigkeit darauf zu blicken – wer würde so etwas wollen? Mit den Untoten Dienern konnte sich Jemna ja noch anfreunden, aber mit dem Ausblick?

Wie dem auch sei: Die Verhandlungen mit Tarchyon Yeth war durch viel Geschleime und um den heißen Brei reden gekennzeichnet. Aber mit genug Gebuckel brachten sie die Roten Magier dazu sich der Allianz gegen den Drachenkult anzuschließen. Auch wenn die Art der Unterstützung etwas nebulös blieb. Statt der erhofften magischen Gegenstände und einigen Redhirt-Lakaien sollten sie Niederlassungen der abtrünnigen Roten Magier melden, und “man würde sich dann darum kümmern.” Sehr fein. Was würde ihnen das bringen, wenn sie hunderte Kilometer entfernt vom nächsten Dorf auf eine Einheit der abtrünnigen Roten Magier und auf Kultisten trafen? Nichts.

Aber das war noch nicht mal das schlimmste an dem ganzen Besuch: In ihrer letzten Nacht im Land der Magier hatten sie alle einen Traum – einen sehr realen Traum: Gefangen und gefesselt von Roten Magiern, in einem Kessel einer inquisitorischen Befragung ausgesetzt. Dabei war das interessante – zumindest machte Jemna diese Erfahrung – dass, je abstruser die Lügen waren, die man während dieser peinlichen Befragung auftischte, umso eher wurden sie geglaubt. Vorgebrachte Wahrheiten auf der anderen Seite wurden durch unmenschliche Schmerzen bestraft. Das machte wirklich keinen Sinn! Aber da Jemna ohnehin eine gute Lügnern war und über ausreichend Fantasie verfügte, war es ihr nicht schwer gefallen sich einige Geschichten auszudenken und so den ärgsten Schmerzen zu entgehen.

Ganz im Gegensatz zu Elly. Die ansonsten an absurden Geschichten überschäumende Gnomin hatte anscheinend zwanghaft versucht die Wahrheit zu erzählen. So gesehen war es eigentlich nicht verwunderlich, dass dies bei ihr zu großen Schmerzen geführt hatte.

Aber außer einigen unangenehmen Erinnerungen an einen Traum ganz in rot, waren keine bleibenden Schäden davongetragen worden. Etwas, was der Irrgarten mit seinen Monstern vielleicht noch nachholen würde.

Comments

Gut ein TAgebuch!!!!!

Ein Traum in rot
Hunter9000

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.