Tyrannei der Drachen

Legende werden

Getreuer und höchst wahrheitlicher Report von Ellywick Timbers, all so, wie sich das Geschehen tatsächlich zutrug, ohne Falsch und Trug.

Unbekannter Leser wisse dies, da ich diese Worte schreibe, ist die Luft erfüllt mit dem Lärm der letzten Schlacht am Ende der Zeit. Die Würfel fielen auf dem finalen Konzil von Tiefwasser und für einen Augenblick hält die Welt den Atem an, während alles in der Schwebe hängt. Jeder hatte die Gelegenheit sich zu bekennen und hervorzutreten, hinein in den Kreis der Helden und zu Geschichte zu werden, oder aber Abseits zu stehen in einem Moment in dem hieß, über sich selbst hinaus zu wachsen oder auf ewig verworfen zu sein. Ja ich gestehe, dass der Schmerz des Verrates von Ontharr Frume und seinem Orden, dem ich selbst einmal mit Stolz angehörte, schwerer wog als ich befürchtete. Und doch ist da noch ein anderes Gefühl, das tiefer geht. Kein Zorn, kein Durst nach Rache, sondern tiefe Trauer. Trauer um einen Mentor, der mich viel lehrte, doch dem es nicht gegeben war mehr zu sein als nur der Verwalter eines antiquierten Ordens. Was wird sein in zehn oder zwanzig Jahren wenn Ontharr sich an diesen Moment zurück erinnert und als Gewissheit weiß, dass er die ausgestreckte Hand jener Gnomin hätte ergreifen können, um mit ihr zusammen Legende zu sein?
Oh schweig still mein Herz! In einem gewaltigen Heerwurm zogen wir nach Süden in Richtung des Brunnens der Drachen. Unwahrscheinliche Verbündete, doch Verbündete allemal die erkannten, dass die Rettung der Welt ein schwereres Schicksal bedeutet als sich manch eitler Paladin vorzustellen mag. Denn die Welt zu retten heißt alles darin zu retten, das Gute wie das Schlechte. Fast könnte man Druide werden bei derlei Gedanken*

Am vulkanischen Unterschlupf des Bösen angekommen wurden wir gewahr, dass auch unsere Feinde nicht untätig geblieben waren und überlegene Zahlen ins Feld führen konnten. Nichtsdestotrotz warfen sich unsere tapferen Verbündeten in die Schlacht, doch allen war klar, dass die Entscheidung tief im Inneren des Vulkanes fallen würde. Gelänge es dem Kult die Göttin der Bösen Drachen freizusetzen, so wäre jeder zuvor auf dem Felde erzwungene Sieg bedeutungslos. Würde es uns jedoch gelingen das Ritual zu vereiteln, so wäre auch die Moral der Schergen des Kultes dahin und auch eine drohende Niederlage unseres Heeres würde umgehend zu einem Sieg gewendet. Wüsste ich nicht, dass es die Wirklichkeit ist, so könnte man die Ausgangssituation glatt für eine dramaturgisch geschickt inszenierte Geschichte halten, denn genau dies ist die Lage in der sich alle Helden meiner Kindheit stets letztendlich wiederfanden und in der nun auch ich nach langen Wegen und vielen Kämpfen angelangt bin.
Die Schwertküste hat auf uns gesetzt. Enttäuschen wir sie nicht. Und selbst wenn es dazu Riesenaffen braucht, so sollen es eben Riesenaffen sein und das Böse wird auch nichts anderes bekommen als mehr Riesenaffen als es verkraften kann!

*Nicht das ich ernsthaft in Erwägung ziehe Druide zu werden, sind sie doch der Körperpflege nicht gerade zugetan und der einzige Druide mit dem ich je wirklich Kontakt hatte war ein aufgeblasener Wichtigtuer. Tatsächlich hatte sich Lichtbringer als Schwert des Bösen herausgestellt, blah blah blah, aber ehrlich gesagt gab es ja auch nur zwei Möglichkeiten. Vermutlich hatte der Einsiedler jedem Wandere der vorbeikam erzählt sein Schwert, Salamimesser, Flaschenöffner oder was auch immer sei vom Bösen besessen. Irgendwann musste er ja richtig liegen und dann konnte er sich als großer Prophet aufspielen. Ich kann auch einfach jeden Tag behaupten es würde Morgen regnen und irgendwann MÜSSTE ICH EINFACH RICHTIG LIEGEN. ZWANGSLÄUFIG! Außerdem stank er nach nassem Eichhörnchen….

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Ein Traum in rot

Wieder einmal irrte die Gruppe recht ziellos herum. Diesmal wenigstens mit einem Grund: sie mussten das berüchtigte Labyrinth, welches Xantal umgab, durchdringen, um zum Turm selbst zu kommen; in dem hatte der Kult eines seiner vielen Lager aufgeschlagen und in eben diesem war ein potentieller Überläufer, der gerettet werden musste; als hätten sie nichts besseres zu tun. Diese herumgeiere durch den magischen Irrgarten gab Jemna aber wenigstens wieder einmal Gelegenheit über vergangene Abenteuer nachzudenken.

In diesem Fall über ihren Kurzaufenthalt in dem Land der untoten Magier, Thay. Gemütlich dorthinteleportiert, mussten sie feststellen, dass die Landschaft dort bei weitem nicht so angenehm war, wie sie sich das vorgestellt hatten. Auch wenn der Palast durchaus Eindruck schinden konnte, war der Ausblick auf ein ödes, von Vulkanasche gezeichnetem Land, nicht das was man auf Dauer sehen wollte. Und der arme Herr des Hauses war als Vampir auch noch dazu verdammt für alle Ewigkeit darauf zu blicken – wer würde so etwas wollen? Mit den Untoten Dienern konnte sich Jemna ja noch anfreunden, aber mit dem Ausblick?

Wie dem auch sei: Die Verhandlungen mit Tarchyon Yeth war durch viel Geschleime und um den heißen Brei reden gekennzeichnet. Aber mit genug Gebuckel brachten sie die Roten Magier dazu sich der Allianz gegen den Drachenkult anzuschließen. Auch wenn die Art der Unterstützung etwas nebulös blieb. Statt der erhofften magischen Gegenstände und einigen Redhirt-Lakaien sollten sie Niederlassungen der abtrünnigen Roten Magier melden, und “man würde sich dann darum kümmern.” Sehr fein. Was würde ihnen das bringen, wenn sie hunderte Kilometer entfernt vom nächsten Dorf auf eine Einheit der abtrünnigen Roten Magier und auf Kultisten trafen? Nichts.

Aber das war noch nicht mal das schlimmste an dem ganzen Besuch: In ihrer letzten Nacht im Land der Magier hatten sie alle einen Traum – einen sehr realen Traum: Gefangen und gefesselt von Roten Magiern, in einem Kessel einer inquisitorischen Befragung ausgesetzt. Dabei war das interessante – zumindest machte Jemna diese Erfahrung – dass, je abstruser die Lügen waren, die man während dieser peinlichen Befragung auftischte, umso eher wurden sie geglaubt. Vorgebrachte Wahrheiten auf der anderen Seite wurden durch unmenschliche Schmerzen bestraft. Das machte wirklich keinen Sinn! Aber da Jemna ohnehin eine gute Lügnern war und über ausreichend Fantasie verfügte, war es ihr nicht schwer gefallen sich einige Geschichten auszudenken und so den ärgsten Schmerzen zu entgehen.

Ganz im Gegensatz zu Elly. Die ansonsten an absurden Geschichten überschäumende Gnomin hatte anscheinend zwanghaft versucht die Wahrheit zu erzählen. So gesehen war es eigentlich nicht verwunderlich, dass dies bei ihr zu großen Schmerzen geführt hatte.

Aber außer einigen unangenehmen Erinnerungen an einen Traum ganz in rot, waren keine bleibenden Schäden davongetragen worden. Etwas, was der Irrgarten mit seinen Monstern vielleicht noch nachholen würde.

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Kein Verlass auf Bösewichte

Jemna seufzte: Die Bösewichte der Schwerküste waren auch nicht mehr das, was sie früher einmal gewesen waren. Das fing bei den gefürchteten Wyrmsprechern an. Der letzte, Reiter des grünen Drachen (der als Bösewicht auch nicht gerade den ersten Preis in der Geschichte der Bösewichte der Schwertküste erringen würde), entpuppte sich nicht nur als Elf, nicht nur als Sohn des Elfenkönigs Melandrach, sondern auch als weinerliches Bübchen, mit schwerem Vaterkomplex. Aber vielleicht war ja sein Großvater schon ein verkappter rechter Arm eines Erzbösewichts gewesen. Wer weiß?

Nachdem sie diesen Schock überwunden hatten, gleich der nächste. In Tiefwasser angelangt mussten sie doch tatsächlich einem der gefürchteten Piraten der Schwertküste aus der Patsche helfen. War das Ende der Welt wirklich schon so nahe? Gut, zumindest schien er sich gut mit Schlössern und Fallen auszukennen – das würden sie nach Lius Ausstieg aus der Gruppe brauchen können (und wenn er nicht so gut war, wie er sagte, würde es wenigstens keinen von den Guten treffen).

Im Palast die nächste Enttäuschung: Einer der legendären, gefürchteten Roten Magier, seit Jahrhunderten als die schrecklichste Kraft in ganz Faerun bekannt, hatte sich einfach festsetzen lassen. Und, schlimmer noch: Die Roten Magier wollten mit dem Konzil der Schwertküste kooperieren! Wegen eines dummen internen Schismas. Zu Zeiten, als Szass Tam hätte es das nicht gegeben. Da hätte man sich in einem ordentlichen, mehrere Länder vernichtenden Magierkrieg, den Schädel eingeschlagen. Und jetzt wollten sie verhandeln!

Auch Elly, die wirklich zu einer herrlichen Mistress des Bösen hätte werden können, erwies sich als nicht ganz verdorben. Nach einigem Zureden ließ sie sich doch von ihrem verderbenden Schwert trennen, welches in den Besitz der Drachen überging; als Entschädigung erhielt sie dafür eine Flammenzunge; vielleicht hatte Elly doch einen diabolischen Plan, der darauf hinauslief, alleine die Herrschschaft an sich zu reißen (ohne sie mit der Seele des Teufels im Schwert teilen zu müssen). Diese kleine Gnomin war einfach nicht einzuschätzen.
Zu guter Letzt hatten sie auch noch einen Brief von einem Drachenkultisten erhalten. Zumindest von diesen indoktrinierten Fanatikern, die bis zum Tode für die Auferstehung ihrer dämonischen Herrscherin kämpften hätte sie etwas mehr Rückgrat erwartet. Aber jetzt das: Eine der ihren hatte sich die ganze Sache nochmal überdacht und wollte dem Konzil Interna über den Kult verraten.

Jemna seufzte erneut.

Wie dem auch sei. Jetzt hatten sie jedenfalls wieder zwei Aufträge im Namen des Konzils am Hals. Unternahmen diese Sesselfurzer eigentlich auch irgendwann mal etwas selbst? (naja, eigentlich spielte ihnen das gut in die Hände; am Ende würden die Bewohner der Schwertküste wissen, wer ihnen die Haut gerettet und wer nur geredet hatte). Sie mussten in den legendären Turm Xantals eindringen (bewacht von Elementaren und Dschinns) um dort den Kultisten Escander zu retten; außerdem mittels Teleportationsrolle nach Thay reisen um mit dem Tarchyon Yeth über die Mitgliedsbeiträge der Roten Magier zum Konzil zu sprechen – der Alternativplan sah vor, sich aus Thay herauszukämpfen; konnte bei Leuten, die nicht mal ein Schisma selbst beseitigen konnten, nicht so schwer sein.

Na dann, ran ans Werk.

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Geheimnisse des Nebelwaldes

Das kleine Elfendorf Altand, mitten im Nebelwald, war Opfer eines geballten Angriffes des Drachenkultes geworden. Angeführt von einem Grünen Drachen und seinem Reiter hatten Kultisten einen Großangriff gestartet. Damit war es bei weitem nicht das einzige Dorf im Nebelwald, welches einen solchen Angriff erlitten hatte. Was es jedoch von den anderen Dörfern Unterschied war die Tatsache, dass der Kult – mitten im Angriff – sich wieder zurückgezogen und das Dorf zwar stark angeschlagen, aber nicht völlig zerstört und gebranntschatzt, zurückgelassen hatten. Und das war in der Tat seltsam. So seltsam, dass die Gruppe auf ihrem Weg zurück vom Drachenkonzil nach Tiefwasser hier einen Zwischenstopp einlegte und nun den Erzählungen des Wächters Gahlin lauschte.

Die Hälfte des Dorfes war während des Angriffes getötet worden. Der Dorfpriester und Anführer von Altand führte den Angriff an, überlebte ihn jedoch nicht – er wurde vom grünen Drachen einfach gefressen. Gahlin, der den Angriff mysteriöser weise ohne einen Kratzer überstanden hatte (obwohl er sich inmitten der Schlacht befunden hatte), war nun der Anführer des Dorfes. Mitten in der Schlacht hatten sich die Kultisten, der Drache und sein Reiter plötzlich zurückgezogen.

Die Gruppe beschloss daher nach den Gründen für dieses Verhalten zu suchen und den Rückzugsort des Kultes im Nebelwald zu finden. Das erwies sich nicht als ganz so einfach. Die Spuren der Kultisten waren längst vergangen und keiner der Elfen war auf die Idee gekommen die sich zurückziehenden Kultisten bis zu ihrem Lager zu verfolgen. Erst Elly konnte in einem Zwiegespräch mit einem Fuchs herausfinden, dass einer der Spitzohren – einer mit einem Raben als Gefährten – nachts oft im Wald verschwand. Gahlin war der einzige Elf im Dorf, der auf diese genaue Beschreibung passte und so heftete sich Jemna in der nächsten Nacht auf seine Spuren. Tatsächlich wanderte er bis zu einer Lichtung im Wald, wartete dort lange und kehrte dann ins Dorf zurück. Eine Untersuchung der Lichtung zeigte eindeutige Spuren einer großen Bestie, bei der es sich nur um einen Drachen handeln konnte. Damit war klar: Gahlin war ein Drachenkultist, vielleicht sogar einer der Wyrmsrpecher, der durch den Angriff im Dorf an die Macht gekommen war; außerdem konnte er sich so seiner gehassten Ehefrau entledigen, die ebenfalls ermordet worden war. Ein perfider Plan.

In den frühen Morgenstunden konfrontierte die Gruppe Gahlin mit diesen Erkenntnissen, der aber vehement alle Anschuldigungen leugnete; dafür weckte er das gesamte Elfendorf (wir rücksichtslos!) Durch Jemnas goldene Zunge konnten die die anstürmenden Elfen aber rasch davon überzeugen, dass sie einen Verräter in ihren Reihen hatten. Dann erst knickte Gahlin ein: Er hatte während der Schlacht Verhandlungen mit dem elfischen Drachenreiter aufgenommen. Dafür, dass das Dorf verschont bliebe, würde Gahlin den Kult mit Informationen über die Verteidigungsanlagen der anderen Dörfer im Nebelwald versorgen. Nur ein Elf konnte sich auf einen dermaßen niveaulosen Plan herablassen! Zumindest konnte Gahlin noch mit einem kleinen Stück Information weiterhelfen: Der elfische Reiter schien jedes Mal durchnässt zu sein, wenn er ihn traf.

Der hilfsbereite Fuchs hatte dann auch ein Vöglein zwitschern gehört, dass es weit im Südwesten einen großen Wasserfall gäbe, zu diesem machte sich die Gruppe dann auch auf.

Auf dem Weg dorthin stolperten sie noch auf den Wächter des Waldes – Grael, einen eremitisch lebenden, durchgeknallten Druiden. Er und seine beiden Baumwächter versuchten uns davon zu überzeugen, dass Ellys tolles Schwert eine böse Aura hatte; wahrscheinlich wollte er es sich nur unter den Nagel reißen. Oder er hatte einfach einen Dachschaden durch sein langes Abenteuerleben, welches er an der Seite eines Paladins verbracht hatte – so etwas konnte nicht gesund sein.

Nur wenig später fand die Gruppe dann auch den angepeilten Wasserfall und hatte auch gleich eine Begegnung mit dem gesuchten Drachen. Obwohl er Elly mit seinem Giftodem fast tötete, trieb ihn die Gruppe zurück in die Höhle unter dem Wasserfall. Von dort an trieben sie ihn immer weiter vor sich hier, töteten zahlreiche Kultisten und auch einige Elfen – warum auch immer die sich hier herumtrieben. Fast schien es, als würde ihnen der Drache wieder einmal durch die Finger gleiten, als er in einem See in der Höhle verschwand.

Doch diesmal blieb die Gruppe an seinen Fersen und stellte ihn in der nächsten Höhle, wo es Elly gelang ihm den Kopf von seinen Schultern zu schlagen. Doch wo war der Reiter des Drachen? Und wer war dieser Reiter? Was hatten die anderen Elfen hier zu suchen? Und wo verdammt nochmal war der Drachenhort?

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Die Konzile der Schwertküste

Reden, immer nur Reden. „Es heißt SCHWERTküste und nicht LABERküste“, maulte Jemna leise vor sich hin, während sie mit einem halben Ohr dem Gesäuere des elfischen Wächters lauschte. Seit sie aus dem Meer des wandernden Eises zurückgekehrt waren, hatten sie nichts anderes getan als zu reden. Es kotzte sie langsam an.

Zuerst dieses völlig unnötige Treffen mit dem Konzil der Schwertküste. Wie üblichen hatten die Sesselfurzer dort keinen Schneid irgendetwas zuwege zu bringen. Und das obwohl es einige positive Veränderungen im Rat gegeben hatte. Lord Neverember war als offener Graf von Tiefwasser durch Laereal Silberhand ersetzt worden – doch die gute Frau hatte ebenso wenig Eier in der Hose wie ihr Vorgänger. Auch hatte sie, ebenso wie der Rest des Rates, relativ wenig Bewunderung für die Leistungen der Gruppe übrig. Dabei waren sie die einzigen, die hier irgendetwas vorwärts brachten! Sie waren die einzigen, die sich dem Drachenkult entgegensetzten, die Wyrmsprecher ausschalteten und Drachen vertrieben. Und alles was das Konzil dazu zu sagen hatte, war „Jammer, jammer, jammer, das habt ihr aber nicht gut gemacht.“ Und dann wunderten sich diese Bürokraten, wenn die Gruppe im Konzil irgendwann patzig wurde und das Ruder an sich riss.

Die zweite Ergänzung im Rat bestand aus Elia, Repräsentantin einer neuen Fraktion. Es dauerte etwas, bis sie dem Rat die Wahrheit aus der Nase gekizzelt hatten: Elisa war in Wahrheit ein Silberdrache und vertrat die metallischen Drachen der Schwertküste, die – nicht überraschend – über die eventuelle Rückkehr von Tiamat alles andere als erfreut waren. Nachdem wir unseren Unmut über diese Geheimnistuerei kund getan hatten, wurden wir dann aber immerhin eingealden am Drachenkonzil beizuwohnen; auch wenn Mec alles andere als erfreut über diese Idee war; ihre Abneigung gegen Drachen war erstaunlich.

Bevor sich die Gruppe aber auf die Reise machen konnte, wurde sie zu einem konspirativen Treffen mit dem Waldläufer Winterhund vor den Toren der Stadt eingeladen. Um zu, ja was wohl, zu reden. Jemna schauderte noch im Nachhinein an die viele heiße Luft, die an diesem Tag produziert wurde. Er berichtete von jüngsten Drachenangriffen im Nebelwald, gegen die dortigen Bewohner. Interessanterweise hätte jedoch das kleine Dorf Altand einen solchen Angriff überstanden. Die Gruppe sollte herausfinden, was hinter diesem Wunder steckte und zudem den Drachen töten, den potentiellen Wyrmsprecher dingfest machen und ganz allgemein alleine die Aktivitäten des Kults im Nebelwald stoppen.

Nach diesem Intermezzo flog die Gruppe auf Elias Rücken in die Berge im Süden der Schwertküste, wo sich die Drachen trafen. Angeführt wurde der Reigen geschwätziger Reptilien von dem Golddrachen Protanther. Dieser machte rasch klar, dass die Drachen bereit wären den humanoiden Bewohnern der Küste zu helfen, wenn:

  • Die Elfen sich für die Ermordung etlicher Drachen vor mehreren Jahrhunderten entschuldigten.
  • Alle Drachenmasken, mächtige und wertvolle Artefakte im Kampf gegen den Kult, den Drachen übergeben würden; und zwar gleich!
  • Sich die Zwerge für die Ermordung eine Drachen vor mehreren Jahrhunderten entschuldigten.
  • Die Zwerge einen Drachenschuppenpanzer zurückgeben würden.
  • Wenn Liu ihren Giftdolch den Drachen überlassen würde.

Natürlich, wenn das Schicksal half Faeruns auf Messer Schneide steht, sollten definitiv einige Entschuldigungen zu längst vergangenen Taten Vorrang vor einer potentiellen Rückkehr der bösen Drachengöttin auf die Welt der Sterblichen haben. Und was sollte auch einfacher sein als diesen überheblichen, unglaublich stolzen und verborten Elfen und Zwergen eine Entschuldigung aus den Rippen zu leiern? Natürlich hatten sie den Drachen aber zugesagt, eben dies zu bewerkstelligen.

Auf dem Rückweg nach Tiefwasser – wieder via Drachenexpress – stoppten sie dann im Nebelwald und hörten sich nun die wundersame Geschichte des Elfenwächters Gahlin, darüber an, wie sein kleines Dorf Altand durch den puren Willen der Götter und des Schicksals den Drachenkult überlebt hatte. Als würde ein kleines Dorf mitten im Nirgendwo im großen Kontext dieses Krieges auch nur irgendeine Rolle spielen…

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Eiskalt erwischt
Von Waltranlampen und Drachenhorten

Mit klappernden Zähnen erwachte Jemna aus dem Alptraum, der sie schon seit Monaten fast jede Nacht quälte. Seit der Zeit im Meer des bewegten Eises. Sie wickelte sich enger in die dicke Daunendecke und spähte über die Decke hinweg zum Fußende, wo immer noch die Kohlenpfanne stand, die der Wirt ihr stirnrunzelnd am Abend noch gebracht hatte. Neben ihr, auf dem Nachtkästchen, brannte vom Abend noch eine kleine Öllampe. Eine Öllampe, nicht ganz unähnlich der, mit der der Ärger auf dem Eisberg angefangen hatte…

Das Zelt, welches ihnen die unfreundlichen Bewohner von Oyaviggaton zugeteilt hatten, verdiente den Namen ebenso wenig, wie das Abendessen aus stinkendem Fisch, welches man ihnen serviert hatte. Während sich die Gruppe von dem Fisch noch recht einfach trennen konnte – ein breiter Riss im Eis verlief quer durch das Zelt, waren die Lücken in der Fellverkleidung des Zeltes schon schwerer zu kaschieren. Und nachdem die Sonne hinter dem Meer untergegangen war, wurde es rasch noch kälter, als es tagsüber schon war. Daran konnten auch Mecs kleine Feuer-Taschenspielertricks nichts ändern.

„Ich werde losgehen und die Dorfbewohner um eine Waltranlampe fragen. Egal wie unfreundlich sie uns gegenüber eingestellt sind, das können sie uns einfach nicht verwehren“, brachte Aliah, ihr Übersetzer schließlich vor und Jemna beschloss voller Übermut sich ihm anzuschließen. Dabei stellten sie fest, dass das Zelt bewacht wurde, doch schaffte es Aliah sich den Weg frei zu sprechen und so standen sie kurze Zeit später in der großen Versammlungshalle, in der gerade hektisch und laut diskutiert wurde. Bei ihrem Eintreten verstummten alle Gespräche sofort und die Köpfe aller anwesenden Eisjäger richteten sich auf sie. Vorsichtig schob sich Jemna zusammen mit Aliah durch die Menge, die zwar bereitwillig Platz machte, aber sich hinter ihnen sofort wieder schloss. Im Nachhinein war dies bereits das erste Anzeichen, dass die ganze Sache nicht gut ausgehen würde. Und so kam es dann auch: Es entbrannte ein hitziges Gespräch zwischen Aliah und dem Häuptling des Stammes – Bellender Seehund – und der Schamanin, an dessen Ende der gesamte Stamm Waffen in den Händen hielt und nur mehr das Energieschild des magischen Würfels sie vor den Speeren der Eingeborenen rettete. Aber der Schild rettete sie nicht vor dem Loch im Boden der Kammer, in welches sie samt und sonders geschoben wurden. Im Fall bekam Jemna gerade noch mit, wie die Tür zum Versammlungsraum aufgerissen wurde und ihre Kameraden hereinplatzten. Hatten die hysterischen Hilfeschreie als doch etwas gebracht.

Es dauerte nicht lange, bis sich auch die drei anderen zu ihr in die eiskalte Höhle tief im Inneren des Eisberges gesellten. Anscheinend hatten sie sich zwar erfolgreich durch die Reihen der Eisjäger geblufft (mittels eine Zaubers von Mec, der den Häuptling für kurze Zeit beeinflusst hatte), aber nun saßen sie alle hier unten fest. Ein kranker Eisjäger, der von seinem Volk aufgrund seiner Krankheit nach hier unten verbannt wurde, konnte jedoch endlich etwas Klarheit bezüglich der Situation auf diesem Eisberg bringen. Nachdem Jemna ihn davon überzeugt hatte, dass eine Kooperation für ihn die deutlich bessere Lösung wäre, erzählte er die Geschichte des weißen Drachen Arauthator, der diesen Eisberg beherrschte und die Bewohner von Oyaviggaton als seine Leibeigene hielt. Er war es auch, der Markath die Blutrote vor drei Jahren, als diese in den Ort kam, gefangen genommen hat und wahrscheinlich immer noch irgendwo im Inneren des Eisberges gefangen hält. Frohen Mutes machten sie sich also daran diese Kavernen zu erforschen um den Drachen zu finden, zu erschlagen und seinen Hort zu plündern – und natürlich Anzeichen auf den Verbleib des Drakhorns zu finden.
Sie fanden jedoch erst mal nur Eisfrösche, welche Graffiti in die Höhlenwände ritzten, Lagerräume, sich plötzlich öffnende und Mönche verschluckende Löcher im Boden und schließlich nur schuppige Trolle.

Je tiefer sie dabei in den Berg eindrangen, desto kälter wurde es. Ein eindeutiges Zeichen, dass sie auf der richtigen Spur zum Drachenhort waren. Dieser ward dann auch schnell gefunden, nur vom Drachen gab es keine Spur. Was aber auch nur daran lag, dass sie als die Helden der Schwertküste zwar jede Ecke der Höhle sorgfältig erkundeten, jedoch keine Sekunde an die höheren Bereiche der Höhle verschwendeten, von wo aus der Drache sie schon länger beobachtet haben musste. Als er schließlich den Kampf eröffnete, erwischte er die Gruppe auf jeden Fall ziemlich unvorbereitet. Rasch gelang es ihm bei Liu und bei Elly einige schwere Treffer zu landen, dafür schien ihm der Feuerball, den er von Mec um die eiskalten Ohren geschmissen bekam, kaum etwas aufzumachen. Zu allem Überfluss schien sich auch noch der Hort selbst gegen sie verschworen zu haben und eine Eiwand trennte Mec und Jemna von den beiden Nahkämpfern und dem Drachen ab. Eine Entwicklung, die Jemna – nicht, dass sie das je laut ausgesprochen hätte – ganz gut gefiel. Denn diese Wand trennte sie nicht nur vor dem Kampfgeschehen, sie gab auch gut Schutz. Und hinter diesem Schutz verborgen feuerte sie Elly an, den Drachen mit ihrem mächtigen Schwert aufzuschlitzen (wenn sie schon dauernd mit ihrer Waffe sprach und dadurch zu unglaublichen Leistungen in der Lage war, konnte man das in dieser Situation auch mal entsprechend ausnutzen).

Und tatsächlich verdrosch Elly das arme Reptil dermaßen, dass es schon nach kurzer Zeit sein Heil in der Flucht suchte, anstatt ein wenig Ehrenvolles Ende als Trophäe in einem Wohnzimmer in Tiefwasser zu nehmen. Hoffentlich um nicht so bald wieder zurück zu kommen. Nachdem dieses Problem gelöst war, konnte sich die Gruppe endlich daran machen den Hort zu plündern und fand dann nur wenig später in einer weiteren Höhle ein Zelt aus Calimshan (gibt es einen unpassendern Ort für ein Wüstennomadenzelt, als einen Eisberg?) in dem sich auch die gesuchte Markath die Rote befand.

Während die Gruppe noch mit den Zähnen klapperte, erzählte, sie wie sie hierhergekommen war, da sich das Drakhorn im Besitz des Weißen Drachen Arauthator befunden hatte. Zumindest solange bis einige mysteriöse Typen aufgetaucht waren, die es ihm abgeschwatzt hatten (könnten sich Drachenkultisten noch offensichtlicher zu erkennen geben?). Nur dank Ihres Versprechens die von Arauthator gestohlenen Bücher der Arkanen Bruderschaft zu entschlüsseln und zu übersetzen, hielt sie die letzten Jahre am Leben. So lange, bis sie von einer bunt zusammengewürfelten Gruppe aus dem Süden gerettet werden konnte.

Interessant, wozu so eine einfache Frage nach einer Waltranlampe führen konnte.

Mit diesem Gedanken schloss Jemna wieder die Augen und kuschelte sich in ihr Federbett. Nie wieder frieren, waren ihre letzten Gedanken, bevor sie wieder einschlief.

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Manche Leute haben in 80 Tagen die Welt umreist...
Aber nur 28 Tage seit dem letzten Eintrag
  • Dem Riesen sein Raumschiff, äääh Flugburg abgeschossen, dabei noch allerhand Riesen und Kultisten beseitigt. Als Belohnung gab es Faschingsmaske und ein Schwert mit Identitätskrise.
  • Tierische Aufforderung die beschwerliche Reise per Teleportzauber nach Tiefwasser aufzunehmen – asap.
  • In Tiefwasser erstmal erstmal per Hornsignal mitgeteilt bekommen, wer hier das Sagen hat.
  • Dann am Konzil der Großen und Mächtigen teilgenommen, in dem es nur darum ging wie groß und mächtig alle sind. Als Straf Belohnung für die Heldentaten einen Auftrag kassiert. Ab in die Schlangenhügel schlängeln und den weißen Riesen aka Varram der Weiße klauen.
  • Aber vorher noch ganz wichtig: das hart geklaute erbeutete Gold auf den Kopf hauen und sich ganz viel Kram kaufen. Nebenbei erfahren, dass man im Meer des bewegten Eises mehr über das Horn erfahren könnte. Da sich das Meer aber nicht als Sammelbecken für mobile Eisverkäufer herausstellt, doch erstmal in die Schlangenhügel.
  • In den Schlangenhügel schnell Varrams Aufenthaltsort herausgefunden und sich erstmal im Grab des Hellsehers Didierius (der nicht mal herausfinden konnte, das sein geliebtes Buch nicht gestohlen sondern nur verlegt war) umgeschaut und in sich in Becken erleichtert.
  • Zur Freude aller dann doch noch echte Schlangen gesehen (warum sonst reist man in den Schlangenhügel?) und diesen Varram abgeschwatzt ( „ … selbst VW könnte diese Abgaswerte nicht manipulieren“).
  • Erkenntnisse: Der Brunnen macht geistig gaga (gab ja nicht genug Anzeichen oder Warnungen), Elly führt Selbstgespräche mit ihrem Schwert.
  • Beunruhigende Erkenntnisse: Elly erhält auch noch Antwort.
  • Nach diesem lustigen Klassenausflug erst mal zurück nach Tiefwasser. Der NPC Leosin wagt es tatsächlich sich nicht in der Stadt aufzuhalten. Zur Strafe, reist die Gruppe nicht sofort Richtung Meer ab.
  • Die Gruppe kauft sich neues Spielzeug bei Artjor Rasputjins Haus der Mysterien. Selbst nach diesem Erlebnis ist die Gruppe immer noch überzeugt, der Drachenkult wäre die größte Bedrohung für die Schwertküste. Sie hat ja keine Ahnung…
  • Während Jemna, Mec und Liu ihre Spielzeuge ausprobieren, geht Elly zum Hafen und schaut sich mal das Schiff an, dass sie zu ihrem Bestimmungsort bringen soll und unterhält sich mit dem Kapitän.
  • Erkenntnis: Das Meer des bewegten Eises ist schei….schweinekalt und Frostbrand wäre wirklich ein äußerst passender Name für ein Drachen.
  • Man segelt lustlos durchs Eis, bis die Kreuzfahrt abrupt durch ein Eisberg beendet wird. Doch alles ist gut, man hat nur das Dorf des Faerûn ansässigen Inuitderivat gefunden.
  • Erkenntnis: Alle NPC wollen die Gruppe vergiften aka „Chemtrails – Wir kennen die Wahrheit!“
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Der Pakt mit Talis der Weißen

Getreuer und höchst wahrheitlicher Report von Ellywick Timbers, all so, wie sich das Geschehen tatsächlich zutrug, ohne Falsch und Trug.

Unbekannter Leser wisse dies, da ich diese Worte schreibe, halte ich die schwarze Drachenmaske der gefährlichen Rezmir in den Händen. Aber seit auf der Hut, Rath Mordar konnte uns entfliehen. Lasst mich aber von Anfang an erzählen; viel ist geschehen seit meinem letzten Bericht.

Wir haben Talis die Weiße in Ihrem Gebirgsrefugium aufgespürt und konnten sie zur Rede stellen. Nun ist Gewissheit, woran ich nie den geringsten Zweifel hatte, da ich es bereits in prophetischen Visionen vorhersah. Eine mächtige Splittergruppe innerhalb des Drachenkults, der auch Rezmir angehört, will Tiamat wieder auferstehen lassen. Die Drachenkönigin und Göttin der Gier. Ein Plan, so verrucht, dass sich sogar eine Schurkin wie Talis beim Gedanken daran in die Hosen macht. Daher bot sie uns einen Pakt an. Wir sollen ihr helfen, Rezmirs Pläne zu durchkreuzen, im Gegenzug verrät sie uns, wo wir Rezmir und den Drachenhort finden. Wahrlich, es ist die Pflicht einer Heldin des Guten, das Böse niederzustrecken, wo es sich nur zeigt. Doch manchmal müssen Allianzen eingegangen werden, auch mit dem Bösen, denn im Vergleich zu Tiamats Auferstehung scheinen die untoten Drachen, die Talis erschaffen will, geradezu wie Schoßhündchen.

Mit dem Passwort für die Garnison und einer Fahne ausgestattet, machten wir uns auf den Weg zur Garnison in der Nähe des Dorfes Parnast, denn dort ist das Himmelsschloss stationiert, mit dem – wie wir von Talis erfahren hatten – der gigantische Hort des Drachenkults abtransportiert werden soll.

Wir erreichten die Garnison gerade zum rechten Augenblick, denn in der Ferne sahen wir bereits das zum Start bereite Himmelsschloss. Aber es wäre ja auch zu schön gewesen, sich auf den Pakt mit Talis verlassen zu können. Der Kapitän der Garnison Parnast witterte Verrat und griff uns an. Zu unserem Schreck begann das Schloss zu starten. Wohl wissend, dass es für mich mit meinen Flügelstiefeln ein Leichtes war, dem Schloss hinterher zu fliegen, warf ich mich in die Bresche und lenkte den Kapitän solange ab, bis meine Gefährten sich am Seil, das der kahlköpfige Mönch in letzter Minute herabgelassen hatte, an Bord des Schlosses gehievt hatten.

Als Söldner getarnt erkundeten wir die Himmelsfestung. Mein persönlicher Plan, eine Allianz mit dem Wolkengiganten einzugehen, wurde leider mehrfach abgelehnt, stattdessen entschlossen wir uns das Schloss auf eigene Faust planlos selbst zu erobern. Für diese Narretei mussten wir einen hohen Preis zahlen. Denn es dauerte nicht lange, da wurden wir von einem übermächtigen Vampir angegriffen. Der Tiefling nutzte die Gelegenheit, uns in den Rücken zu fallen und an der Seite ihrer neuen Meisterin Rorgan zu ermorden. Sie hat Rorgan auf dem Gewissen und ich habe mich zur Mittäterin gemacht, indem ich es nicht verhindert habe. Nach dem Kampf behauptete Sie sich an nichts zu erinnern und „verzaubert“ worden zu sein, doch mit dieser Geschichte kann sie höchstens den einfältigen Mönch täuschen.

Demoralisiert flüchteten wir uns in dieser dunkelsten Stunde in den Schlossberg um unsere Wunden zu pflegen. Ohne ihn bewusst gesucht zu haben stolperten wir dabei so nebenher über den Hort des Drachenkults. Zu unserem Entsetzen und zur allgemeinem völligen Überraschung wurde dieser von einem Drachen bewacht. Wer konnte dies ahnen! (Tatsächlich werden in Märchengeschichte eigentlich alle Horte (ist das das korrekte Plural (Horts?)) von Drachen bewacht, jedoch handelt es sich dabei zumeist um aufgeblasene Angebereien von Möchtegernabenteurern, wie diese Sache mit den dreizehn Zwergen und diesem Halbling). Wie gut, dass meine Ausbildung als Profiabenteurerin auch den Aufbaukurs Konversation mit Drachen umfasste. So war ich erneut in der Lage den Tag zu retten indem beschloss die Herausforderung mit dem Kochlöffel zu meistern. “Tiamat, unsere Mutter und Stärke. Wie kann ich euch dienen?”, sprach ich das überraschte Reptil an, das mit allem nur nicht mit einer legendären Gnomenheldin gerechnet hatte. In seiner vollkommenen Verwirrung blieb dem Untier nichts anderes übrig als „Hunger?“ zu stammeln. Woraufhin ich entgegnet: „Das können wir ändern, wie wäre es denn mit Zwerg? Schockgefroren im ewigen Eis und daher gut erhalten und leicht bekömmlich!“ (Ja ich habe Rorgans Leiche an den Drachen verfüttert, ich bin nicht unbedingt Stolz darauf, dass ich die Angelegenheit so regeln musste und meine aus weniger hartem Holz geschnitzten Kameraden wurden auch recht bleich vor Entsetzen, aber manchmal ist es gerade das, was eine wahrhaft epische Gnomenheldin auszeichnet: In einer ausweglosen Situation das Unaussprechliche zu tun, damit anderen dieser moralische Sturz erspart bleibt! (Man stirbt entweder als Held oder lebt lange genug, um sich dabei zuzusehen wie man selbst zum Schurken wird. (Notiz: Wer hat das noch einmal gesagt? Ist dies schon einmal passiert? Passiert es schon wieder?)) Andererseits könnte man es natürlich auch so sehen: Rorgan, der im Leben stets zu verbittert war, beging im Tode seine größte Heldentat und rettet uns vor einem Drachen, denn wäre er nicht derart schmackhaft und wohlgebaut gewesen, wären wir an seiner statt gefressen worden und dies wäre nicht nur unser Ende sondern auch das Ende unserer Queste und folglich das Ende der der Welt gewesen.)

Zuletzt hatten wir doch noch unsere Audienz bei Blagothkus, dem Wolkenriesen. Doch war er von einer Allianz gegen das Böse wenig angetan und wollte uns nicht dabei helfen, die Auferstehung des Drachengottes zu verhindern. Wer weiß, was die Kultisten dem naiven Wolkenriesen versprochen hatten. Als es zum Kampf kam, ich wusste gar nicht, welche Kräfte alles in dem kahlköpfigen Mönch stecken. In der einen Sekunde schlägt er noch mit seinen Fäusten zu, in der nächsten ist er riesig groß und von Kopf bis Fuß behaart, nimmt den Wolkenriesen in den Schwitzkasten.

Offensichtlich war es keine gute Idee gewesen, den Wolkenriesen zu töten, denn irgendwie war die Steuerung des Wolkenschiffes mit ihm verbunden und das Schloss befand sich im steten Sinkflug. Mit einem riesigen Scheppern krachte das gigantische Schiff zu Boden … doch nicht nur wir waren überrascht, auch die Kultisten befanden sich in Aufruhr. Rezmir konnten wir noch aufhalten, doch Rath Mordar entwischte uns, wie auch der Drache, der am Horizont mit kräftigen Flügelschlägen davon flog.

Haben wir mit unserer unbeabsichtigten Bruchlandung den Plan zur Wiederauferstehung Tiamats endgültig durchkreuzt? Wo wird Rath Mordar hingehen? Und was werden die nächsten Schritte des Kultes sein?

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Intermezzo
Irgendwo in Faerûn

„Abgestürzt? Wie kann das sein?“

„Eine Gruppe von Abenteurern tötete den Wolkenriese. Wahrscheinlich führte das zum Absturz.“

„Der Hort? Und die Maske?“

Der Sprecher zögert kurz und streicht über seine rote Robe bevor er antwortet:

„Beides ist verloren. Die Gruppe hat die Maske an sich genommen.“

Mit einem wütenden Aufschrei haut sein Gesprächspartner eine Faust auf den mit Karten bedeckten Tisch. Die kleine Kreatur, die sich auf der Schulter räkelt faucht vor Überraschung kurz auf, bevor sie wieder den Kopf an den Hals des Mannes legt.

„Rezmir diese Brut eines schwarzen Bastards! Ich hätte wissen müssen, dass sie scheitert. Es ist ein Rückschlag, aber bei Tiamats Herrlichkeit, diese Würmer werden uns nicht von der Erfüllung unserer Bestimmung abhalten. Gebt den anderen Bescheid, sie sollen ihre Bemühungen verdoppeln.“

Der Mann lächelt böse als er fortfährt:

„Die Samthandschuhe sind nun ausgezogen, presst das Gewürm bis auf die letzte Kupfermünze aus. Ich bin sicher das die Schwertküste noch genug Reichtum für uns bereit hält.“

Der rote Magier nickt und wendet sich ab zum Gehen, entscheidet sich aber noch mal anders und fragt den Wyrmsprecher:

„Und was ist mit der Drachenmaske?“

„Ah Rath, macht euch da keine Sorge ich habe da bereits eine Lösung.“, antwortet der Mann während er den Kopf des kleinen Drachen an seinem Hals streichelt.

Irgendwo in Tiefwasser

„Nein Leosin ich bin nicht bereit die Sicherheit meiner Leute, ja ganz Faerûn in die Hand von irgendwelchen daher gelaufenen…Glücksritter zu legen. Sollen Sie sich in ihre Gewölbe zurückziehen und gegen Drachen kämpfen, hier handelt es sich um ein Problem dass nur wir lösen können.“

Der Halbelf seufzt leise und schaut zu seinem Freund Ontharr der nur verärgert den Kopf schüttelt und kurz vor einem seiner berüchtigten Ausbrüche steht.

„Vergesst nicht, diese vier Glücksritter, wie ihr sie nennt, haben den Drachenkult bekämpft, lange bevor ihr überhaupt die Bedrohung wahrgenommen habt! Sie haben gezeigt, dass sie bereit und fähig sind, sich den Plänen des Drachenkult entgegen zu stellen.“

„Seid ihr sicher, dass diese vier Abenteurer nicht einfach aufgeben wenn die Aufgabe zu schwer erscheint? Sich nicht einfach zurückziehen und die Ausweglosigkeit beklagen, sondern mutig voranschreiten? Könnt ihr für den tadellosen Charakter jedes einzelnen bürgen?,

Ulder Rabenwacht, neu ernannter Marshall der flammenden Faust antwortet im tiefen Bariton anstelle von Leosin:

„Diese vier Helden haben Baldurs Tor vor einer schrecklichen Bedrohung gerettet! Ich vertraue ihnen und auch wenn sie vielleicht nicht diejenigen sein werden, die das Schwert gegen den Kult führen, so können wir von ihren Informationen und ihren Erfahrungen sicher profitieren. Wir sollten sie einladen und anhören."

Der Elf, der bisher das Streitgespräch mit Leosin führte wirft Rabenwacht ein missbilligend Blick zu, den dieser stoisch erträgt.

„Ich möchte die Heldentaten in Baldurs Tor nicht in Abrede stelle, doch geht es hier um sehr viel mehr. Außerdem, wie sollen wir diese Helden anhören? Seit ihrem Aufenthalt in Tiefwasser haben wir nichts mehr von ihnen gehört! Nur die Götter wissen wo sich die Gruppe aufhält und ob sie überhaupt noch am Leben ist!“

Leosin lächelt verschmitzt, als er die Hand beruhigend auf die Schulter des Paladin Ontharrlegt, der sich bereits erbost erhoben hat und antwortet:

„Ah König Melandrach, macht euch da keine Sorge ich habe da bereits eine Lösung.“

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Aus dem Laichtagebuch eines Bullywugs

Liebes Tagebuch,
Seit ich aus dem Laichteich meines Stammes geschlüpft und nach meiner Kaulquappenphase ein vollwertiges Mitglied des Stammes geworden bin, habe ich mir gewünscht eine wichtige Aufgabe in unserer großen Familie zu übernehmen. Heute war es soweit. Da die unfähigen Schwanzschuppen Burg Nerythar überraschend verlassen haben, durfte ich die Reihen der Wächter ergänzen. Wie sehr ich mich darüber gefreut habe! Endlich habe ich eine ehrenwerte Aufgabe bekommen!

Liebes Tagebuch,
ich muss mich beim großen Breitmaulfrosch bedanken, dass ich letzte Nacht nicht für die Patrouillen eingetragen war. Unbekannte Angreifer sind nachts wie Geister durch die Burg gewandert und haben einen Großteil der Rosahäute in ihren Betten liegend die Kehle durchgeschnitten; außerdem haben sie die Wachdrachen überwunden und eine Patrouille unserer Krieger besiegt. Was für Bestien müssen diese Kreaturen sein, die zu so etwas in der Lage sind?

Liebes Tagebuch,
aufgrund der Geschehnisse der letzten Nacht wurde ich in den Höhlen unter der Burg zum Dienst eingeteilt. Eigentlich muss ich den unbekannten Eindringlingen danken. Wann sonst hätte ich die Möglichkeit gehabt an der Seite des großen Schamanen unseres Stammes selbst zu dienen? Und es ist ausgeschlossen, dass unsere Feinde, so mächtig sie auch sein mögen, an den Reihen unserer wachsamen Krieger vorbekommen.

Liebes Tagebuch,
aus den Nachbarräumen kommt Kampflärm. Lärm und Schmerzenschreie meiner Laichbrüder! Bei den Göttern! Wer sind diese Angreifer, die für ihr Ziel über die Leichen eines ganzen Stammes gehen? Egal. Der Schamane ruft uns zum Kampf auf. Egal wieviele von uns sterben müssen, unsere Aufgabe besteht darin die Feinde von dem magischen Portal fern zu halten, welche die Verbindung der Rosahäute mit ihren Verwandten am anderen Ende der Welt ist. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass es unseren Feinden auch gelungen ist den Schlüssel für das Portal in ihren Besitz zu bekommen. Wir müssen alles dafür tun, dass der Plan der Götter nicht unterbunden wird! Auf in den Kampf!

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