Tyrannei der Drachen

Legende werden

Getreuer und höchst wahrheitlicher Report von Ellywick Timbers, all so, wie sich das Geschehen tatsächlich zutrug, ohne Falsch und Trug.

Unbekannter Leser wisse dies, da ich diese Worte schreibe, ist die Luft erfüllt mit dem Lärm der letzten Schlacht am Ende der Zeit. Die Würfel fielen auf dem finalen Konzil von Tiefwasser und für einen Augenblick hält die Welt den Atem an, während alles in der Schwebe hängt. Jeder hatte die Gelegenheit sich zu bekennen und hervorzutreten, hinein in den Kreis der Helden und zu Geschichte zu werden, oder aber Abseits zu stehen in einem Moment in dem hieß, über sich selbst hinaus zu wachsen oder auf ewig verworfen zu sein. Ja ich gestehe, dass der Schmerz des Verrates von Ontharr Frume und seinem Orden, dem ich selbst einmal mit Stolz angehörte, schwerer wog als ich befürchtete. Und doch ist da noch ein anderes Gefühl, das tiefer geht. Kein Zorn, kein Durst nach Rache, sondern tiefe Trauer. Trauer um einen Mentor, der mich viel lehrte, doch dem es nicht gegeben war mehr zu sein als nur der Verwalter eines antiquierten Ordens. Was wird sein in zehn oder zwanzig Jahren wenn Ontharr sich an diesen Moment zurück erinnert und als Gewissheit weiß, dass er die ausgestreckte Hand jener Gnomin hätte ergreifen können, um mit ihr zusammen Legende zu sein?
Oh schweig still mein Herz! In einem gewaltigen Heerwurm zogen wir nach Süden in Richtung des Brunnens der Drachen. Unwahrscheinliche Verbündete, doch Verbündete allemal die erkannten, dass die Rettung der Welt ein schwereres Schicksal bedeutet als sich manch eitler Paladin vorzustellen mag. Denn die Welt zu retten heißt alles darin zu retten, das Gute wie das Schlechte. Fast könnte man Druide werden bei derlei Gedanken*

Am vulkanischen Unterschlupf des Bösen angekommen wurden wir gewahr, dass auch unsere Feinde nicht untätig geblieben waren und überlegene Zahlen ins Feld führen konnten. Nichtsdestotrotz warfen sich unsere tapferen Verbündeten in die Schlacht, doch allen war klar, dass die Entscheidung tief im Inneren des Vulkanes fallen würde. Gelänge es dem Kult die Göttin der Bösen Drachen freizusetzen, so wäre jeder zuvor auf dem Felde erzwungene Sieg bedeutungslos. Würde es uns jedoch gelingen das Ritual zu vereiteln, so wäre auch die Moral der Schergen des Kultes dahin und auch eine drohende Niederlage unseres Heeres würde umgehend zu einem Sieg gewendet. Wüsste ich nicht, dass es die Wirklichkeit ist, so könnte man die Ausgangssituation glatt für eine dramaturgisch geschickt inszenierte Geschichte halten, denn genau dies ist die Lage in der sich alle Helden meiner Kindheit stets letztendlich wiederfanden und in der nun auch ich nach langen Wegen und vielen Kämpfen angelangt bin.
Die Schwertküste hat auf uns gesetzt. Enttäuschen wir sie nicht. Und selbst wenn es dazu Riesenaffen braucht, so sollen es eben Riesenaffen sein und das Böse wird auch nichts anderes bekommen als mehr Riesenaffen als es verkraften kann!

*Nicht das ich ernsthaft in Erwägung ziehe Druide zu werden, sind sie doch der Körperpflege nicht gerade zugetan und der einzige Druide mit dem ich je wirklich Kontakt hatte war ein aufgeblasener Wichtigtuer. Tatsächlich hatte sich Lichtbringer als Schwert des Bösen herausgestellt, blah blah blah, aber ehrlich gesagt gab es ja auch nur zwei Möglichkeiten. Vermutlich hatte der Einsiedler jedem Wandere der vorbeikam erzählt sein Schwert, Salamimesser, Flaschenöffner oder was auch immer sei vom Bösen besessen. Irgendwann musste er ja richtig liegen und dann konnte er sich als großer Prophet aufspielen. Ich kann auch einfach jeden Tag behaupten es würde Morgen regnen und irgendwann MÜSSTE ICH EINFACH RICHTIG LIEGEN. ZWANGSLÄUFIG! Außerdem stank er nach nassem Eichhörnchen….

Comments

Muhaha! Ich habe Tränen gelacht!

Legende werden
Flo

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