Tyrannei der Drachen

Kein Verlass auf Bösewichte

Jemna seufzte: Die Bösewichte der Schwerküste waren auch nicht mehr das, was sie früher einmal gewesen waren. Das fing bei den gefürchteten Wyrmsprechern an. Der letzte, Reiter des grünen Drachen (der als Bösewicht auch nicht gerade den ersten Preis in der Geschichte der Bösewichte der Schwertküste erringen würde), entpuppte sich nicht nur als Elf, nicht nur als Sohn des Elfenkönigs Melandrach, sondern auch als weinerliches Bübchen, mit schwerem Vaterkomplex. Aber vielleicht war ja sein Großvater schon ein verkappter rechter Arm eines Erzbösewichts gewesen. Wer weiß?

Nachdem sie diesen Schock überwunden hatten, gleich der nächste. In Tiefwasser angelangt mussten sie doch tatsächlich einem der gefürchteten Piraten der Schwertküste aus der Patsche helfen. War das Ende der Welt wirklich schon so nahe? Gut, zumindest schien er sich gut mit Schlössern und Fallen auszukennen – das würden sie nach Lius Ausstieg aus der Gruppe brauchen können (und wenn er nicht so gut war, wie er sagte, würde es wenigstens keinen von den Guten treffen).

Im Palast die nächste Enttäuschung: Einer der legendären, gefürchteten Roten Magier, seit Jahrhunderten als die schrecklichste Kraft in ganz Faerun bekannt, hatte sich einfach festsetzen lassen. Und, schlimmer noch: Die Roten Magier wollten mit dem Konzil der Schwertküste kooperieren! Wegen eines dummen internen Schismas. Zu Zeiten, als Szass Tam hätte es das nicht gegeben. Da hätte man sich in einem ordentlichen, mehrere Länder vernichtenden Magierkrieg, den Schädel eingeschlagen. Und jetzt wollten sie verhandeln!

Auch Elly, die wirklich zu einer herrlichen Mistress des Bösen hätte werden können, erwies sich als nicht ganz verdorben. Nach einigem Zureden ließ sie sich doch von ihrem verderbenden Schwert trennen, welches in den Besitz der Drachen überging; als Entschädigung erhielt sie dafür eine Flammenzunge; vielleicht hatte Elly doch einen diabolischen Plan, der darauf hinauslief, alleine die Herrschschaft an sich zu reißen (ohne sie mit der Seele des Teufels im Schwert teilen zu müssen). Diese kleine Gnomin war einfach nicht einzuschätzen.
Zu guter Letzt hatten sie auch noch einen Brief von einem Drachenkultisten erhalten. Zumindest von diesen indoktrinierten Fanatikern, die bis zum Tode für die Auferstehung ihrer dämonischen Herrscherin kämpften hätte sie etwas mehr Rückgrat erwartet. Aber jetzt das: Eine der ihren hatte sich die ganze Sache nochmal überdacht und wollte dem Konzil Interna über den Kult verraten.

Jemna seufzte erneut.

Wie dem auch sei. Jetzt hatten sie jedenfalls wieder zwei Aufträge im Namen des Konzils am Hals. Unternahmen diese Sesselfurzer eigentlich auch irgendwann mal etwas selbst? (naja, eigentlich spielte ihnen das gut in die Hände; am Ende würden die Bewohner der Schwertküste wissen, wer ihnen die Haut gerettet und wer nur geredet hatte). Sie mussten in den legendären Turm Xantals eindringen (bewacht von Elementaren und Dschinns) um dort den Kultisten Escander zu retten; außerdem mittels Teleportationsrolle nach Thay reisen um mit dem Tarchyon Yeth über die Mitgliedsbeiträge der Roten Magier zum Konzil zu sprechen – der Alternativplan sah vor, sich aus Thay herauszukämpfen; konnte bei Leuten, die nicht mal ein Schisma selbst beseitigen konnten, nicht so schwer sein.

Na dann, ran ans Werk.

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Hunter9000

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