Tyrannei der Drachen

Die Konzile der Schwertküste

Reden, immer nur Reden. „Es heißt SCHWERTküste und nicht LABERküste“, maulte Jemna leise vor sich hin, während sie mit einem halben Ohr dem Gesäuere des elfischen Wächters lauschte. Seit sie aus dem Meer des wandernden Eises zurückgekehrt waren, hatten sie nichts anderes getan als zu reden. Es kotzte sie langsam an.

Zuerst dieses völlig unnötige Treffen mit dem Konzil der Schwertküste. Wie üblichen hatten die Sesselfurzer dort keinen Schneid irgendetwas zuwege zu bringen. Und das obwohl es einige positive Veränderungen im Rat gegeben hatte. Lord Neverember war als offener Graf von Tiefwasser durch Laereal Silberhand ersetzt worden – doch die gute Frau hatte ebenso wenig Eier in der Hose wie ihr Vorgänger. Auch hatte sie, ebenso wie der Rest des Rates, relativ wenig Bewunderung für die Leistungen der Gruppe übrig. Dabei waren sie die einzigen, die hier irgendetwas vorwärts brachten! Sie waren die einzigen, die sich dem Drachenkult entgegensetzten, die Wyrmsprecher ausschalteten und Drachen vertrieben. Und alles was das Konzil dazu zu sagen hatte, war „Jammer, jammer, jammer, das habt ihr aber nicht gut gemacht.“ Und dann wunderten sich diese Bürokraten, wenn die Gruppe im Konzil irgendwann patzig wurde und das Ruder an sich riss.

Die zweite Ergänzung im Rat bestand aus Elia, Repräsentantin einer neuen Fraktion. Es dauerte etwas, bis sie dem Rat die Wahrheit aus der Nase gekizzelt hatten: Elisa war in Wahrheit ein Silberdrache und vertrat die metallischen Drachen der Schwertküste, die – nicht überraschend – über die eventuelle Rückkehr von Tiamat alles andere als erfreut waren. Nachdem wir unseren Unmut über diese Geheimnistuerei kund getan hatten, wurden wir dann aber immerhin eingealden am Drachenkonzil beizuwohnen; auch wenn Mec alles andere als erfreut über diese Idee war; ihre Abneigung gegen Drachen war erstaunlich.

Bevor sich die Gruppe aber auf die Reise machen konnte, wurde sie zu einem konspirativen Treffen mit dem Waldläufer Winterhund vor den Toren der Stadt eingeladen. Um zu, ja was wohl, zu reden. Jemna schauderte noch im Nachhinein an die viele heiße Luft, die an diesem Tag produziert wurde. Er berichtete von jüngsten Drachenangriffen im Nebelwald, gegen die dortigen Bewohner. Interessanterweise hätte jedoch das kleine Dorf Altand einen solchen Angriff überstanden. Die Gruppe sollte herausfinden, was hinter diesem Wunder steckte und zudem den Drachen töten, den potentiellen Wyrmsprecher dingfest machen und ganz allgemein alleine die Aktivitäten des Kults im Nebelwald stoppen.

Nach diesem Intermezzo flog die Gruppe auf Elias Rücken in die Berge im Süden der Schwertküste, wo sich die Drachen trafen. Angeführt wurde der Reigen geschwätziger Reptilien von dem Golddrachen Protanther. Dieser machte rasch klar, dass die Drachen bereit wären den humanoiden Bewohnern der Küste zu helfen, wenn:

  • Die Elfen sich für die Ermordung etlicher Drachen vor mehreren Jahrhunderten entschuldigten.
  • Alle Drachenmasken, mächtige und wertvolle Artefakte im Kampf gegen den Kult, den Drachen übergeben würden; und zwar gleich!
  • Sich die Zwerge für die Ermordung eine Drachen vor mehreren Jahrhunderten entschuldigten.
  • Die Zwerge einen Drachenschuppenpanzer zurückgeben würden.
  • Wenn Liu ihren Giftdolch den Drachen überlassen würde.

Natürlich, wenn das Schicksal half Faeruns auf Messer Schneide steht, sollten definitiv einige Entschuldigungen zu längst vergangenen Taten Vorrang vor einer potentiellen Rückkehr der bösen Drachengöttin auf die Welt der Sterblichen haben. Und was sollte auch einfacher sein als diesen überheblichen, unglaublich stolzen und verborten Elfen und Zwergen eine Entschuldigung aus den Rippen zu leiern? Natürlich hatten sie den Drachen aber zugesagt, eben dies zu bewerkstelligen.

Auf dem Rückweg nach Tiefwasser – wieder via Drachenexpress – stoppten sie dann im Nebelwald und hörten sich nun die wundersame Geschichte des Elfenwächters Gahlin, darüber an, wie sein kleines Dorf Altand durch den puren Willen der Götter und des Schicksals den Drachenkult überlebt hatte. Als würde ein kleines Dorf mitten im Nirgendwo im großen Kontext dieses Krieges auch nur irgendeine Rolle spielen…

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Hunter9000

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